{"id":323,"date":"2016-01-23T16:44:08","date_gmt":"2016-01-23T16:44:08","guid":{"rendered":"http:\/\/fionaendres.ch\/Wordpress\/?p=323"},"modified":"2016-01-23T16:49:35","modified_gmt":"2016-01-23T16:49:35","slug":"es-stinkt-nach-stimmenkauf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fionaendres.ch\/Wordpress\/es-stinkt-nach-stimmenkauf\/","title":{"rendered":"\u00abEs stinkt nach Stimmenkauf\u00bb"},"content":{"rendered":"<div class=\"LD\">\n<p class=\"P\"><strong>Scheich Salman k\u00e4mpft mit zweifelhaften Mitteln um Sepp Blatters Nachfolge. Fifa-Kenner Mark Pieth fordert, dass sich Verb\u00e4nde dagegen wehren.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p class=\"P\"><strong>Herr Pieth, warum ist es problematisch, dass Scheich Salman am Freitag einen Kooperationsvertrag mit dem afrikanischen Fussballverband CAF abgeschlossen hat?<br \/>\n<\/strong>Jeder neue Kandidat bei der Fifa-Pr\u00e4sidentschaftswahl birgt das Risiko, dass er nach dem Muster Blatters erst seine Machtbasis erkauft. Das System Blatters existiert so weiter, einfach mit anderen Personen. Es scheint, dass mit Scheich Salman genau das passiert: \u00abEntwicklungshilfe\u00bb wird als Wahlkampfmittel eingesetzt. Das stinkt nach Stimmenkauf.<\/p>\n<p class=\"P\"><!--more--><\/p>\n<p class=\"P\"><strong>Prinz Ali aus Jordanien, der gef\u00e4hrlichste Konkurrent f\u00fcr Scheich Salman, fordert von der Fifa-Wahlkommission eine Untersuchung.<br \/>\n<\/strong>Ich verstehe, dass Prinz Ali von gekauften Stimmen spricht. Die Kommission muss diese Vorw\u00fcrfe pr\u00fcfen. Es w\u00e4re widerspr\u00fcchlich, wenn die Fifa Reformen verspricht und bei so etwas dann die Augen verschliessen w\u00fcrde. Im neuen Modell sollte der Fifa-Pr\u00e4sident eigentlich nur noch strategischer Chef, \u00e4hnlich wie ein Verwaltungsratspr\u00e4sident, sein. Doch man muss bedenken: Es gibt auch viele m\u00e4chtige Verwaltungsratspr\u00e4sidenten.<\/p>\n<p class=\"P\"><strong>Scheich Salman gilt allgemein als problematischer Kandidat. Salman kommt aus einem autokratischen Herrscherhaus.<br \/>\n<\/strong>Ihm wird vorgeworfen, bei der Unterdr\u00fcckung der demokratischen Bewegung in Bahrain mitgeholfen zu haben. Er hat sich nie von der Unterdr\u00fcckung des Arabischen Fr\u00fchlings in seinem Land distanziert. Man muss sich jetzt fragen, ob er geeignet ist, die Fifa aus der Krise zu f\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"P\"><strong>Was erwarten Sie jetzt von den Fussballverb\u00e4nden?<br \/>\n<\/strong>Sie m\u00fcssten ganz klar Stellung beziehen, ob sie jemanden wie Scheich Salman als Pr\u00e4sidenten haben wollen oder nicht. Und zwar schnell. Erstens m\u00fcssten sie klarmachen, dass man keinen Autokraten akzeptieren kann \u2013 und schon gar nicht, wenn er die Methoden Blatters weiterf\u00fchrt. Zweitens m\u00fcsste die Wahlkommission reagieren. Diese hat aber nur beschr\u00e4nkte M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p class=\"P\"><strong>Was k\u00f6nnte die Uefa unternehmen?<br \/>\n<\/strong>Die Uefa h\u00e4tte eine sehr wirkungsvolle M\u00f6glichkeit. Sie k\u00f6nnte sagen: Wenn es so weitergeht, dann machen wir nicht mehr mit. Die Uefa k\u00f6nnte sich von der Fifa abkoppeln. So k\u00f6nnte Fussball wieder von Geld getrennt werden. Diese M\u00f6glichkeit ist aber nicht sehr realistisch, denn viele europ\u00e4ische Clubs werden durch arabische Staaten finanziert, zum Beispiel der FC Barcelona. Zudem ist der europ\u00e4ische Fussball im Moment hochgradig desorganisiert. Deutschland ist zu sehr mit sich selbst besch\u00e4ftigt, England energielos. Bei der Uefa gibt es nach Platini keine neue Leitfigur.<\/p>\n<p class=\"P\"><strong>Und der Schweizerische Fussballverband?<br \/>\n<\/strong>Es w\u00e4re Zeit, dass der Schweizerische Fussballverband aufwacht. Er hat auch eine Verantwortung und ist bis jetzt nur still oder versteckt sich hinter Platini. Doch was jetzt l\u00e4uft, schadet auch dem europ\u00e4ischen Kandidaten Gianni Infantino.<\/p>\n<p class=\"P\"><strong>Mit Blick auf die Wahl am 26. Februar: Gibt es \u00fcberhaupt noch Hoffnung auf einen Fifa-Pr\u00e4sidenten, der nicht bestechlich ist?<\/strong><br \/>\nDie Wahl ist eine hoffnungslose Situation. Man hat drei problematische und zwei schwache Kandidaten zur Auswahl. Die Gefahr ist gross, dass sich einer der problematischen durchsetzt.<\/p>\n<p class=\"P\">Ausgangslage:<\/p>\n<p class=\"P\">Am 26. Februar ist es so weit. Die Fussballverb\u00e4nde der Welt w\u00e4hlen aus f\u00fcnf Kandidaten den neuen Fifa-Pr\u00e4sidenten. Bis dahin versuchen alle Kandidaten, Allianzen zu schmieden und Deals auszuarbeiten. Als Kronfavorit gilt der bahrainische Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa, der Pr\u00e4sident des asiatischen Fussballverbands.<\/p>\n<p class=\"P\">Am Freitag hat er einen Kooperationsvertrag mit dem afrikanischen Verband CAF unterzeichnet. Der Zeitpunkt daf\u00fcr ist sicher kein Zufall. Der CAF ist traditionell einer der wichtigsten Verb\u00fcndeten f\u00fcr Pr\u00e4sidiumskandidaten, denn am meisten Stimmen (54) kommen aus Afrika. Wenn Salman auf alle seine Verb\u00e4nde des AFC und nun auf die afrikanischen z\u00e4hlen kann, sind ihm schon 101 von 209 Stimmen sicher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Scheich Salman k\u00e4mpft mit zweifelhaften Mitteln um Sepp Blatters Nachfolge. Fifa-Kenner Mark Pieth fordert, dass sich Verb\u00e4nde dagegen wehren. Herr Pieth, warum ist es problematisch, dass Scheich Salman am Freitag einen Kooperationsvertrag mit dem afrikanischen Fussballverband CAF abgeschlossen hat? 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