{"id":334,"date":"2016-01-27T14:51:11","date_gmt":"2016-01-27T14:51:11","guid":{"rendered":"http:\/\/fionaendres.ch\/Wordpress\/?p=334"},"modified":"2016-10-17T08:59:09","modified_gmt":"2016-10-17T08:59:09","slug":"berauscht-in-den-dienst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fionaendres.ch\/Wordpress\/berauscht-in-den-dienst\/","title":{"rendered":"Berauscht in den Dienst"},"content":{"rendered":"<div class=\"LD\">\n<p class=\"P\">(<em>Dieser Artikel erschien am 23. Januar 2016 im TagesAnzeiger und Bund. Geschrieben zusammen mit Claudia Blumer). <\/em><\/p>\n<p class=\"P\"><strong>Zw\u00f6lf Soldaten, die am Dienstag zum Wiederholungskurs am WEF einr\u00fccken mussten, hatten Cannabis konsumiert, f\u00fcnf von ihnen auch Kokain.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p class=\"P\">Nicht alle scheinen von der weit hergereisten A-Prominenz in Davos beeindruckt zu sein. Zumindest jene zw\u00f6lf Soldaten waren es offenbar nicht, die vor dem Einr\u00fccken zu ihrem Wiederholungskurs am WEF Cannabis und Kokain zu sich genommen hatten. Nachgewiesen wurde der Konsum in einer Kontrolle, welche die Milit\u00e4rpolizei am Dienstag aufgrund einer Verdachtsmeldung durchf\u00fchrte. Jemand hatte gemeldet, dass im Gebirgsinfanterie-Bataillon 30 wom\u00f6glich Drogen konsumiert w\u00fcrden. Zw\u00f6lf Soldaten wurden danach positiv auf den Konsum von Bet\u00e4ubungsmitteln getestet: Sieben hatten Cannabis geraucht, f\u00fcnf weitere hatten dar\u00fcber hinaus auch Kokain konsumiert.<\/p>\n<p class=\"P\"><!--more--><\/p>\n<p class=\"P\">Der f\u00fcr das WEF zust\u00e4ndige Sprecher des Verteidigungsdepartements, Stefan Hofer, best\u00e4tigte gestern einen entsprechenden Bericht des \u00abCorriere del Ticino\u00bb. Das Bataillon besteht aus 650 bis 700 Soldaten, die vorwiegend aus dem Tessin und aus S\u00fcdb\u00fcnden stammen.<\/p>\n<p class=\"ZT\">Kokainkonsumenten entlassen<\/p>\n<p class=\"P\">Weiter wurde gestern bekannt, dass in der Nacht auf Donnerstag ein Soldat nur knapp an einem Dienstkollegen vorbeigeschossen hatte \u2013 wohl zuf\u00e4llig und ohne Absicht. Nach bisherigen Erkenntnissen habe sich aus seinem Gewehr ein Schuss gel\u00f6st, als er es entladen wollte, sagt Tobias K\u00fchne, Sprecher der Milit\u00e4rjustiz, auf Anfrage. Die Milit\u00e4rjustiz hat wegen des Schusses eine Untersuchung er\u00f6ffnet. Ob der Vorfall in Zusammenhang steht mit dem Drogenkonsum, ob er dieselben Personen betrifft, war gestern nicht zu erfahren. Die f\u00fcnf Soldaten, denen der Konsum von Kokain nachgewiesen worden war, wurden noch am selben Tag aus dem Milit\u00e4rdienst entlassen. Sie haben ihn damit am WEF gar nicht angetreten. Die \u00fcbrigen, die lediglich Cannabis geraucht hatten, sind noch im Dienst. Ihnen droht eine Disziplinarstrafe, die im Ermessen des Truppenkommandanten liegt. Sie kann von zehn Tagen Hausarrest bis zu 500 Franken Busse reichen.<\/p>\n<p class=\"ZT\">\u00abAbbild der Gesellschaft\u00bb<\/p>\n<p class=\"P\">Sicherheitspolitiker geben sich nachsichtig in Bezug auf die Vorf\u00e4lle. Es sei zwar \u00e4rgerlich, dass zw\u00f6lf Personen das Ansehen der \u00fcbrigen 4500 Soldaten am WEF in Mitleidenschaft z\u00f6gen, sagt Nationalr\u00e4tin Chantal Gallad\u00e9 (SP). Sie gebe aber zu bedenken, dass eine Milizarmee die Gesellschaft abbilde. Beim Einr\u00fccken gelte klar Nulltoleranz, und da die Kontrollen bei Dienstbeginn durchgef\u00fchrt und die Fehlbaren herausgefiltert worden seien, h\u00e4tten die Verantwortlichen richtig gehandelt.<\/p>\n<p class=\"P\">Gallad\u00e9, die als Vertreterin der Sicherheitskommission w\u00e4hrend der letzten Jahre am WEF teilgenommen und dort mit den diensthabenden Soldaten das Gespr\u00e4ch gesucht hatte, sagt: \u00abDie WEF-Soldaten haben keinen dankbaren Job. Sie stehen stundenlang in eisiger K\u00e4lte und m\u00fcssen dabei dauerpr\u00e4sent und konzentriert sein.\u00bb Sie habe jeweils den Eindruck gehabt, dass die Moral und die Motivation unter den Armeeangeh\u00f6rigen sehr hoch gewesen seien.<\/p>\n<p class=\"P\">Nationalrat Thomas Hurter (SVP) warnt davor, dem Vorfall eine politische Bedeutung zu geben: \u00abDiese Sache muss milit\u00e4rintern gel\u00f6st werden. Das ist nicht Sache der Politik.\u00bb Momentan leisteten Hunderte von Angeh\u00f6rigen der Armee \u00abgute Arbeit ohne irgendwelche Vorkommnisse\u00bb. Dieser Vorfall deute sicher nicht auf ein Problem der Armee hin, sondern auf eines der ganzen Gesellschaft, sagt Hurter. \u00abDie Armee ist ein Abbild der Gesellschaft, und das wirklich Traurige an der Sache ist, dass der Drogenkonsum allgemein zugenommen hat. Das sollte uns zu denken geben. Man muss sich der Gefahren des Cannabiskonsums bewusst sein.\u00bb<\/p>\n<p class=\"P\">Auch die Schweizerische Offiziersgesellschaft betont, dass sich \u00abvom besagten Bataillon 98 Prozent der Angeh\u00f6rigen an die milit\u00e4rischen \u2013 und auch an die zivilen \u2013 Vorgaben halten, was den Konsum von Drogen anbelangt\u00bb. Trotzdem handle es sich klar um Straftaten, die nicht nur milit\u00e4risch, sondern auch zivilrechtlich geahndet werden m\u00fcssten. Unwirsch reagiert die Gruppe Giardino, welche eine deutlich gr\u00f6ssere Armee zum Ziel hat: \u00abDie Armee hat weitaus gr\u00f6ssere Probleme\u00bb, antwortet der Mediensprecher auf die Frage, wie die Vorf\u00e4lle zu werten seien. Er bittet vor dem Hintergrund des Drogenkonsums der WEF-Soldaten, \u00absich auf das grosse Bild zu konzentrieren\u00bb: Das Schiff Armee steuere insgesamt auf einen Eisberg zu, w\u00e4hrend man sich im Foyer dar\u00fcber aufrege, dass das Besteck schmutzig sei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Dieser Artikel erschien am 23. Januar 2016 im TagesAnzeiger und Bund. Geschrieben zusammen mit Claudia Blumer). Zw\u00f6lf Soldaten, die am Dienstag zum Wiederholungskurs am WEF einr\u00fccken mussten, hatten Cannabis konsumiert, f\u00fcnf von ihnen auch Kokain. Nicht alle scheinen von der weit hergereisten A-Prominenz in Davos beeindruckt zu sein. 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