{"id":616,"date":"2016-10-17T09:27:00","date_gmt":"2016-10-17T09:27:00","guid":{"rendered":"http:\/\/fionaendres.ch\/Wordpress\/?p=616"},"modified":"2016-10-17T09:27:00","modified_gmt":"2016-10-17T09:27:00","slug":"greller-als-die-polizei-erlaubt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fionaendres.ch\/Wordpress\/greller-als-die-polizei-erlaubt\/","title":{"rendered":"Greller, als die Polizei erlaubt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Es brodelt im Baselbiet. Die Entlassung des Polizeisprechers Meinrad St\u00f6cklin gipfelt in einer Schlammschlacht. Er selbst sieht sich als Bauernopfer<\/strong><\/p>\n<p class=\"P\">Alleing\u00e4nge, ruppiger Umgang mit Medienleuten, imagesch\u00e4digendes Verhalten. Meinrad St\u00f6cklin, 49, schnaubt \u00fcber diese Vorw\u00fcrfe. Erst wurde er per sofort freigestellt, dann mailte sein Vorgesetzter, der Baselbieter Polizeikommandant Mark Burkhard, die Anschuldigungen an alle 600 Mitarbeiter. St\u00f6cklin klickte auf \u00abAntworten\u00bb und schlug zur\u00fcck. Eine \u00f6ffentliche Schlammschlacht beginnt. Wer ist der Mann, der ein ganzes Polizeikorps zum Wackeln bringt?<\/p>\n<p class=\"P\"><!--more--><\/p>\n<p class=\"P\">\u00abIch habe mir nichts vorzuwerfen\u00bb, sagt St\u00f6cklin gleich zu Beginn und macht klar, dass von ihm keine Selbstkritik kommen wird. Er l\u00e4chelt viel, der geschasste Mediensprecher. Vielleicht ein bisschen zu viel, als dass man es ihm wirklich abnehmen w\u00fcrde. Es gehe ihm blendend, erz\u00e4hlt er, auch wenn man nicht danach gefragt hat. \u00abIch f\u00fchle mich total erl\u00f6st.\u00bb<\/p>\n<p class=\"P\">16 Jahre diente St\u00f6cklin als Sprecher der Baselbieter Ordnungsh\u00fcter. \u00abBei Wind und Wetter\u00bb, so sagt er, raste er an die Front, telefonierte mit Journalisten, stellte sich vor die Kamera. Er hat es genossen: \u00abEin bisschen eitel bin ich schon.\u00bb St\u00f6cklin war Mister Kantonspolizei. Genau das ist aus seiner Sicht der zentrale Streitpunkt. \u00abIch bin dem Kommandanten in der Sonne gestanden.\u00bb Burkhard habe ihn loswerden wollen, weil er selbst das Gesicht der Polizei sein wollte: \u00abDer Kommandant hat mich gemobbt.\u00bb<\/p>\n<p class=\"ZT\">\u00abIch bin nicht als Diplomat auf die Welt gekommen\u00bb<\/p>\n<p class=\"P\">St\u00f6cklins Methoden waren unkonventionell. Tiermeldungen schrieb er in der Form von Fabeln, einen entlaufenen Esel nannte er \u00abarmes Langohr\u00bb. Das kam nicht immer gut an. Es gebe sicher angenehmere Mitarbeiter als ihn: \u00abIch bin kein Kopfnicker, bin nicht als Diplomat auf die Welt gekommen.\u00bb So gab es immer wieder Reibereien. \u00abAber ich bin keiner, der von hinten zusticht.\u00bb Einmal vers\u00f6hnt, sei alles vergessen. Und doch kam es dieses Mal zum Eklat.<\/p>\n<p class=\"P\">Der Ausl\u00f6ser liegt eineinhalb Jahre zur\u00fcck. St\u00f6cklin, der \u00fcber ein Jahrzehnt eigenst\u00e4ndig gearbeitet hatte, kriegte eine Chefin. Er selbst hatte sich auch f\u00fcr die Stelle beworben: \u00abAber nur, damit man mir kein Desinteresse vorwerfen kann.\u00bb Er habe den Job eigentlich gar nicht haben wollen. Und er schiebt ein L\u00e4cheln nach.<\/p>\n<p class=\"P\">Hat er seiner neuen Chefin das Leben schwer gemacht? \u00abSie ist fachlich unqualifiziert\u00bb, sagt er. Er habe nicht verbergen k\u00f6nnen, dass er sie nicht toll fand. Er beschwerte sich beim Kommandanten Burkhard, doch dieser hatte kein Ohr f\u00fcr ihn. \u00abEr hat sie verteidigt, um von seinem falschen Personalentscheid abzulenken\u00bb, sagt St\u00f6cklin, der sich als Bauernopfer sieht: \u00abBurkhard wollte mich loswerden, damit er seinen Fehler nicht eingestehen musste.\u00bb<\/p>\n<p class=\"P\">St\u00f6cklin sagt, er k\u00f6nne sich nicht an ein imagesch\u00e4dliches Verhalten seinerseits erinnern. Doch es gibt gleich zwei Beispiele, wo er vor kurzem negativ auffiel. Im Juli wurde er \u00f6ffentlich kritisiert, weil er auf Facebook einen Beitrag eines Neonazi geteilt hat. In dem Post wird eine Antithese zu den Anschl\u00e4gen vom 11. September 2001 vorgestellt. Er habe nicht gewusst, dass ein Neonazi hinter dem Post stecke, sagt St\u00f6cklin: \u00abDann habe ich ihn gleich gel\u00f6scht.\u00bb Ein anderes Mal hat er in seiner Funktion als Sprecher des Handballvereins RTV Basel einen Schiedsrichter beleidigt. Dieser hat \u00abHurensohn\u00bb geh\u00f6rt, St\u00f6cklin sagt, er habe \u00abHurensiech\u00bb gesagt.<\/p>\n<p class=\"ZT\">\u00abMein Whatsapp und meine Mailbox sind fast explodiert\u00bb<\/p>\n<p class=\"P\">Er sei vielleicht ein bisschen impulsiv, ein bisschen emotional, sagt St\u00f6cklin. Aber es herrsche in der Schweiz Meinungsfreiheit. \u00abNicht Erdogan-Stil, wie es Burkhard betreibt.\u00bb Ein Polizeisprecher m\u00fcsse manchmal polarisieren: \u00abSonst ist er eine Schlafkappe.\u00bb<\/p>\n<p class=\"P\">Die Kantonspolizei Baselland wurde f\u00fcr diesen Artikel angefragt, zu den Vorw\u00fcrfen St\u00f6cklins Stellung zu nehmen. Kommandant Burkhard liess ausrichten, er wolle sich nicht dazu \u00e4ussern. Man habe gegenseitiges Stillschweigen vereinbart: \u00abUnd wir halten uns daran.\u00bb<\/p>\n<p class=\"P\">St\u00f6cklin nicht. \u00abEs geht um Gerechtigkeit\u00bb, sagt er. Die \u00d6ffentlichkeit solle erfahren, dass f\u00fcr solche Fehlbesetzungen Steuergelder verschwendet w\u00fcrden. Er habe viel Zustimmung erhalten: \u00abMein Whatsapp und meine Mailbox sind fast explodiert.\u00bb Das tue ihm gut. \u00abDie Volksseele kocht\u00bb, sagt St\u00f6cklin. F\u00fcr ihn.<\/p>\n<p class=\"P\">Er will auch rechtlich gegen Burkhard vorgehen: \u00abDie Vorw\u00fcrfe sind ehrverletzend.\u00bb Will er Rache? Nein, sagt St\u00f6cklin: \u00abIch selber bin ganz gelassen.\u00bb Sein breites L\u00e4cheln zeigt die weissen Z\u00e4hne.<\/p>\n<p>(Bild: Esther Michel)<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es brodelt im Baselbiet. Die Entlassung des Polizeisprechers Meinrad St\u00f6cklin gipfelt in einer Schlammschlacht. Er selbst sieht sich als Bauernopfer Alleing\u00e4nge, ruppiger Umgang mit Medienleuten, imagesch\u00e4digendes Verhalten. Meinrad St\u00f6cklin, 49, schnaubt \u00fcber diese Vorw\u00fcrfe. 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